Symptome und Ursachen

ADHS steht für Aufmerksamkeits- Defizit- Hyperaktivitätsstörung und entspricht der amerikanischen Bezeichnung AD(H)D, welche im DSM-IV Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders der American Psychiatric Association verankert ist und sich weltweit durchzusetzen scheint. Die Hauptmerkmale einer ADHS sind Unaufmerksamkeit und Impulsivität, mit oder ohne Hyperaktivität.

Jedes ADHS-Kind ist anders, zeigt Störungen in verschiedenen Bereichen, in unterschiedlichem Ausmass und in allen möglichen Kombinationen. Nicht alle der nachfolgenden Auffälligkeiten sind deshalb bei jedem ADHS-Kind (gleich stark) zu beobachten. Das vielfältige Erscheinungsbild erklärt die verschiedenen Bezeichnungen und Therapiemassnahmen.

Die  IV führt den Begriff ADHS nicht, sondern ersetzte die Bezeichnung POS durch die Ziffer 404 GgV. Sie anerkennt die Diagnose, sofern diese vor dem 9. Geburtsjahr gestellt wurde. Zur Diagnoseerfassung gehören Störung des Verhaltens, des Antriebes, des Erfassens sowie der Konzentrations- und Merkfähigkeit.

Als Ursachen gelten eine neurobiologische Funktionsstörung aufgrund genetischer Faktoren. Als nicht gesichert gelten Allergien sowie Rauchen, Alkohol, Drogen während der Schwangerschaft. Ein ADHS kann nicht durch Erziehungsfehler oder ungünstige Familienverhältnisse entstehen, es hat eine organische Ursache. Die Symptome können allerdings durch einen entsprechenden Umgang günstig beeinflusst oder verschlimmert werden.

5 - 10 % der Kinder sind in einem Ausmass betroffen, dass ihre persönliche und schulische Entwicklung gefährdet ist. Es ist sehr wichtig, dass die Störung möglichst früh erkannt wird, damit unterstützende Massnahmen eingeleitet werden können.

Die Abklärung erfolgt durch erfahrene Kinderärzte/-innen und Kinderpsychiater/-innen. Die Diagnose basiert auf der Lebensgeschichte (Beobachtungen von Eltern und anderen Bezugspersonen), verschiedenen Tests sowie Beobachtungen durch die abklärende Fachperson. elpos vermittelt gerne entsprechende Adressen.

Symptome

  • Wahrnehmungsstörungen - bei taktil-kinästhetischen, auditiven, visuellen Reizen
  • Konzentrationsstörungen - ablenkbar, vergesslich, rasche geistige Ermüdung, ungenügende serielle Merkfähigkeit
  • Impulsivität - mangelnde Selbstkontrolle, Frustrationsintoleranz
  • Hyper- oder Hypoaktivität - unruhig und rastlos (Zappelphilipp) bzw. still, verträumt, in sich gekehrt, langsam, apathisch
  • Koordinationsprobleme - bei Grob- und/oder Feinmotorik, schlechtes Körpergefühl, unkontrollierte Bewegungen, Raumorientierungsprobleme
  • Schulschwierigkeiten - mangelnde Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit, Unruhe, Legasthenie und/oder Dyskalkulie, ungeschickt beim Schreiben, Basteln und/oder Sport
  • Soziale Schwierigkeiten - kann sich schlecht einordnen und anpassen, eckt an, Ablehnung durch Gleichaltrige, Einzelgänger, Sündenbock
  • Emotionale Schwierigkeiten - niedriges Selbstwertgefühl, unsicher, reizbar, antriebsschwach, stimmungslabil, Aggressionen oder Depressionen
  • Unreife - im emotionalen und sozialen Bereich sowie bei Leistungen