ADHS-Kinder verhalten sich anders

Als Baby fallen sie meist schon auf, sie haben z.B. Trink- und Schlafschwierigkeiten, sind unruhig und angespannt, schreien viel und sind kaum zu beruhigen. Sie lassen sich ungern wickeln, Körperkontakt scheinen sie nicht besonders zu mögen. Die ruhigen Kinder sind sehr passiv, bewegen sich wenig bis gar nicht, schlafen überdurchschnittlich viel, haben keine Eigeninitiative.
 
Als Kleinkind können die Kinder kaum allein spielen, brauchen ständige Präsenz, „springen" von einem Spiel zum andern. Sie sind unausgeglichen und reizbar, haben extreme Trotzphasen und Wutausbrüche, überborden auch in der Freude. Basteln und Zeichnen machen ihnen wenig Freude und mit anspruchsvolleren sportlichen Tätigkeiten wie z.B. Ballspielen oder Velofahren tun sie sich oft schwer. Ihre Spiele sind hektisch und unkontrolliert. Sie sind schwierig zu lenken, sämtliche Erziehungsmassnahmen scheinen wirkungslos.
 
Bald schon zeigen sich auch Schwierigkeiten mit anderen Kindern: Aufgrund ihres irritierenden Verhaltens werden sie abgelehnt, ausgeschlossen, geplagt und reagieren ihrerseits mit Aggressivität oder Rückzug.
 
In der Schule verschärfen sich die Probleme. Mit ihrer Unruhe und Impulsivität fallen sie auf, strapazieren Lehrperson und Mitschüler/-innen. Lernschwierigkeiten aufgrund von Konzentrations- und/oder Wahrnehmungsstörungen machen ihnen oft zusätzlich das Leben schwer. Trotz grosser Anstrengungen können sie oft nicht mithalten. Dies führt zu Schulversagen und/oder Schulverweigerung. Sie sind wenig beliebt, weder bei ihren Mitschülern, noch bei den Lehrpersonen und werden nicht selten gemobbt. Die Probleme können sich so zuspitzen, dass ein Schulausschluss droht, bzw. eine Sonderschule notwendig wird.
 
Mit der Pubertät schwächt sich die Hyperaktivität zwar ab, was aber bleibt sind innere Unruhe, Impulsivität, Konzentrationsprobleme sowie eventuelle Lerndefizite. Wurde die Problematik nicht erkannt, das Kind weder verstanden noch unterstützt, machen sich nun auch massive sekundäre Symptome bemerkbar. Der Jugendliche ist demotiviert und verunsichert, findet keinen Anschluss bei Gleichaltrigen, die Berufsaussichten sind schlecht, Suchtverhalten und Delinquenz stellen eine grosse Gefahr dar. Mit einer solchen Hypothek ist der Start ins Erwachsenenalter schwierig.